Geschichte

Bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert war Wilkau kirchlich in die benachbarte Parochie Culitzsch eingepfarrt. Im 19. Jahrhundert wuchs der Ort durch seine Nähe zur Königin-Marien-Hütte, in der Steinkohle abgebaut wurde, durch eine neue Straße nach Kirchberg und diverse Industrieansiedlungen enorm, so z.B. von 200 Seelen 1858 auf 4647 Einwohner 1878. Dieses Wachstum machte es dem Culitzscher Geistlichen immer schwerer, den seelsorgerlichen Anforderungen zu genügen. So betrieb man die Auspfarrung der Gemeinde Wilkau aus Culitzsch und erreichte diese am 9. Januar 1878. Am 27. Januar 1878 wählte die Gemeinde Wilkau ihren ersten eignen Kirchenvorstand, der auch sofort den Bau einer Kirche, eines Pfarrhauses und die Wahl eines eigenen Geistlichen vorantrieb. Am 21. Juli 1878 fand die feierliche Grundsteinlegung zur Kirche statt. Unsere Kirche wurde zum Michaelisfest 1879 geweiht. Dem vielfältigen Gemeindeleben geschuldet errichtete man 1930/31 den Gemeindesaal, der dem Diakonat angebaut wurde. Nach dem 2. Weltkrieg begann mit der Zeit des Kommunismus der Weg in die Säkularisierung. Dies ließ die Gemeindegliederzahl soweit schrumpfen, dass man in den 90iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus finanziellen Zwängen die Kirchgemeinde Wilkau wieder mit der Culitzscher und deren Schwester Niedercrinitz vereinigte und so eigentlich zu den Strukturen vor 1878 zurückkehrte.

Einbindung und Lehre

Die Michaeliskirchgemeinde ist Teil der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, wie sie in der Reformationszeit entstanden ist. Sie bekennt sich zu dem Lutherischen Prinzip, wonach die Heilige Schrift alleiniger Maßstab ihrer Lehre ist. Diese Lehre wird in den altkirchlichen Bekenntnissen, der Confessio Augustana, und den Katechismen Luthers zusammengefasst. Im Zentrum steht das reformatorische Bekenntnis zur Schrift als letzten Prüfstein, zu Christus als dem Grund des Heils und zum Glauben, aus dem allein ein Mensch vor Gott bestehen kann.

Gemeindeleben

Das Zentrum unseres Lebens ist der Gottesdienst. In ihm findet die Gemeinde zusammen, hört Gottes Wort und empfängt Vergewisserung im Glauben durch das Abendmahl. Daneben gibt es unterschiedlichste Kreise und Arbeitsfelder, von Vorschulkreis über Christenlehre, Konfirmandenunterricht, Junge Gemeinde bis hin zu Hauskreisen, Gesprächskreis, Bibelstunde und Seniorenkreis, musikalische Arbeitsformen in Kurrende, Jugendchor, Chor und Posaunenchor. Je nach Bedarf wird nach neuen Arbeitsformen gesucht, die ggf. alte und überlebte ersetzen.